Montag, 15. Juni 2015

Trainingstagebuch #7

Hallo!

Nachdem meine Trainiern letzten Samstag ja schon meinte, dass Lyko ihr ruhiger erschien, war ich sehr stolz. Ich hatte die letzten Tagebucheinträge ja schon geschrieben, dass ich den Eindruck hatte, es würde besser laufen, es gibt auch Dinge die von Lyko einfach ausgeblendet/ignoriert werden und er regt sich nicht mehr wegen ALLEM auf. Ich habe habe inzwischen viele Fahrradfahrer vorbeifahren sehen, bei den Lyko nichts gemacht hat, nicht mal geschaut....
Er ist auch ansprechbarer: ein kurzes "Lyko" und er schaut und wird dafür belohnt.
Inzwischen hatte ich es einmal, dass wir auf dem Feld eine Situation hatten, wo er mich vorher angestupst hat... aber sie ist trotzdem eskaliert, was aber an mir lag. Bestimmt an mir, aber ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe:

Wir waren auf dem Feld und uns kam ein Einspänner ihn trabenden Tempo entgegen.
Pferde, weiß ich ja mag Lyko garnicht, wenn sie auf einen zukommen, dachte ich mir mag er sie erst recht nicht.
Lyko stupste mich an. Das war Premiere! Ich lobte das überschwenglich und schaute gleich nach einer geeigneten Stelle um, wo wir mehr als nur zum Wegrand ausweichen konnten.

Ein paar Meter vor uns kam dann auch so eine Stelle, also beschleunigte ich unseren Schritt, da der Einspänner immer näher kam.
Wir gingen also gut in paar Schritte ins Feld und ich streute Futter machte Lyko darauf aufmerksam und baute mich zusätzlich vor ihn auf, um ihn abzuschirmen.
Es half aber alles nichts, als das Pferd, groß & schnell an uns vorbei trabte ging Lyko nach vorne!
Das Pferd behielt die Nerven und trabte weiter... ich versuchte Lyko zu beruhigen...  und als er ansprechbar war, zeigte ich ihm auf das verstreute Futter, ABER er wollte es nicht.
Wir konnten aber nicht weitergehen, da eine Familie mit einem kleinen Hund in unserer Richtung kamen und als sie Lyko sahen, wurden die Kinder hektisch ... ich sah dato noch nicht warum, aber irgendwann merkte ich dass dort ein kleiner Pekinesen-Mischling an der Leine war.
Das jüngste Kind mit der älteren Schwester (?) hatte einen Hund an Leine, die am Halsband befestigt war. Sie zog ihn mehr  hoch und vorwärts und  rannten in unserer Richtung und an uns vorbei.
Das kleine Mädchen mit weitausholenden Schritten die Sandalen laut knallend auf dem Boden aufstetzend und mit rudernden Armen und dann auch noch direkt vor Lyko. Sie hat Keinen Bogen um ihn geschlagen...

Der (arme) Pekinese konnte nur gurgelnde Knurrlaute von sich geben und wurde nur mitgeschleift....

Ich hatte Lyko neben mich gesetzt, und mein Bein vor ihn gestellt, weil ich damit rechnete, dass er auf die Kinder loswolle, aber er blieb ruhig und GANZ lieb neben mir sitzen.... Ich lobte ihn ausgiebig dafür.
Währenddessen kamen auch die Eltern die ruhig hinter ihren panischen Kindern herliefen vorbei und als sie vorbei waren, hob ich das Sitz auf und wir liefen in die vorgesehene Richtung weg von der Familie.



Heute morgen war Lyko auch ruhig, aber uns begegnete wenig. Eine Situation war ein vorbeibrausendes Mofa.
Lyko hasst die Dinger und das ist die Verläßlichkeit 1000% dass er nach vorne geht.
Ich hörte ein Mofa herannahen, sah es aber noch nicht.
Ich bereitet mich vor, sprach Lyko an, und streute Futter. Er reagierte nicht. Ich hielt ihm Futter vor die Nase, auch das wurde ignoriert.
Während dessen war das Mofa in Sichtweite. Also brauchte ich Lyko in Sitz, steht mich mit meinem Rücken zu seiner Flanke vor ihn und machte mich groß.
Aber als dann das Mofa vor uns abbog ging Lyko nach vorne, richtig böse!!!!

Ich ließ ihn toben und als das Mofa dann aber schon etwas weg war kam von mir ein scharfes "Schluß!" auf das Lyko sofort aufhörte.
Für mich ist das eher Verzweiflung, weil er in dem Moment so nach vorne geht, dass ich immer Angst habe, von den Füßen gerissen zu werden, trotz dass er ein Kopfhalfter trägt.
Ich sprach ihn an, streute Futter und als er wieder runter gekommen war, sein "STreß-Gähnen" ausgeführt hatte, liefen wir weiter
Nachtrag für mich:
Das nächste Mal, GEGENGESETZTE Richtung, in diesem Fall vom Motorad WEG abbiegen... das wäre Möglich gewesen, ich habe nur wieder nicht mitgedacht, sondern gedacht, diese Situation schon "händeln" zu können....  



An der nächsten Kreuzung, wir machten gerade unsere "Sitz-Schau"-Übung.
Beim "Schau" muß wohl Lyko aus den Augenwinkeln gesehen haben, dass hinter uns ein Mann auf der anderen Straßenseite in unsere Richtung lief und plötzlich ging er los.
Ich war total überrascht und konnte mich grad noch zwischen ihn und "die Gefahr" bringen... und mit meinem Knie so hindrücken, dass das er von dem Mann wegschaute und somit schneller runterkam...


Wegen Umstände kann ich nichts dazu sagen, es war unsere Morgenrunde, die Kirchenglocken hatten gerade 6:00 Uhr geläutet und wir waren kurz vor unserem Viertel.

Gruß Silke + Lyko

Kommentare:

  1. Was Du Dir immer für eine Mühe mit den Artikeln machst. Mir wäre das zu mühsam, quasi jeden Schritt einzeln aufzuschreiben... puh... ;)

    Nun ja, Gespanne, ob Ein- oder Mehrspänner sind selbst für die meisten Reitpferde nur schwer zu ertragen. Wie soll es da erst einem Hund gehen. Die ungewohnte Optik, der Bewegungsreiz und dann noch die ungewohnten Geräusche können schon für sich alleine für große Unruhe sorgen und dann noch als Gesamtpaket. Wenig rücksichtsvoll, dass der Kutscher nicht zum Schritt durchpariert hat. Das gehört sich eigentlich so...

    LG Andrea mit Linda

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  2. Hallo Andrea!

    Ja, es ist leider ziemlich viel Arbeit, weil während der Situation, also wenn sie passiert, muß ich ja daran denken mir mein Verhalten und Lykos Verhalten zu merken, damit ich es später aufschreiben kann, um es für mich später zu haben, und evtl anderen Leser es "anschaulich" beschreiben zu können.
    Gerade über den heutigen Beitrag konnte ich noch ein für mich wichtigen Verhaltensfehler meinerseits dokumentieren...
    Solche Sachen kommen mir eben, weil ich diese Situation(en) meist eben noch mal im Kopf durchspiel und dabei mir innerlich gegen den Kopf schlage und denke: Du dumme Nuss, warum hast Du nicht so oder so reagiert, dann wäre das bestimmt ruhiger verlaufen.
    Wenn ich denke wie "WENIG" Aufreger ich nun "nur noch" dokumentiere und wieviele es am Anfang waren, sieht man dann auch den Fortschritt und ich kann stolz auf Lyko und mich sein, wenn es auch für Menschen die solche Problemen vielleicht wenig anfangen können....

    Gruß Silke

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  3. Nun, das freut mich, dass all deine Mühen Früchte tragen und dies auch von dritter Seite bemerkt wird. Aber natürlich zeigt sich auch, dass immer neue Situationen Euch immer wieder fordern.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Hallo Sabine!

      Ja, wir sind (leider) noch lange nicht am Ende des Weges angelangt. Meine Trainerin meinte beim vorletzten Fährtenkurs, als wir davor noch Zeit hatten und ich ihr etwas von meinen Training berichtete, dass normal wäre, dass es dauert.
      Die Fortschritte die ich als "Mikro" bezeichne, weil ich sie klein finde, z.B. dass Lyko schnell aufhört zu bellen, generell ansprechbarer sei und auch mal Dinge NICHT verbellt, währen ENORM für ihn.
      Meine Trainerin meinte, das bräuche alles Zeit und ich bräuchte Geduld und einen LANGEN Atem.
      Aber immerhin, ist ihr das von sich aufgefallen, DASS Lyko ruhiger erscheint und das finde ich schonmal toll!!!

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