Donnerstag, 12. November 2015

Es wäre ja auch zu schön gewesen ...Trainingstagebuch #19

Hallo zusammen!

Vor drei Wochen haben wir die Uhren umgestellt und seit dem gehe ich mit Lyko nur noch im Dunkeln spazieren.
Leider hat sich hier sein Verhalten wieder massiv verschlechtert.
Es ist ein Teufelskreis. Wir gehen los, es kommt eine Situation, bei der ich mich anspanne, weil ich Angst habe, dass Lyko losgeht
Also merkt er es und geht los. Es gibt wenige, zu wenige Situationen, wo er ruhig bleibt.
Er ist inzwischen draußen total gestreßt und ich habe gestern  versucht meine LaKoKo anzuwenden, so laufe ich im L-A-N-G-S-A-M-E-N Schritten, und entschleundige Lyko in seinem Streß und kann eher einwirken, wenn er nach vorne geht.
Nach dem Vorfall, suche ich mir eine ruhige Ecke, wo ich Lyko an meine Seite holen, einen Arm um ihn lege und ihn mit langsamen Bewegungen und ruhiger leiser Stimme versuche runterzufahren.
Ich mache es so lange bis er gähnt oder sich schüttelt.
Es gibt aber zwei Probleme:
1.) wir sind im dunkeln eher im Ort unterwegs und dort gibt es keine "ruhigen" Ecken.
Es ist immer irgendwo jemand unterwegs: Fahrradfahrer, Fußgänger, Autos, Mofas, Katzen
Und ehe ich Lyko runtergefahren habe, ist etwas da, was ihn wieder ablenkt, so er wieder aufpassst und guckt und anspannt.
2.) er sucht regelrecht alles ab. Wenn ich ihn ran hole, dann steht er meist schräg vor mir. Egal ob ich mich weiterdrehe, er rutscht nach.
Und während ich ihn ausstreiche scannt er die Umgebung in alle Richtung und wenn da nur ein Blatt ist was im Wind raschelt oder ein Hund in der Ferne bellt, ist Lyko sofort in Alarmbereitschaft.

Ich schaffe es dadurch auch nicht zu entspannen und bin immer angespannt, denn schlimm sind auch die unvorhergesehen Vorfälle.
Gestern bin ich eine große Runde gelaufen und wollte am Rand des Felds eine Runde drehen.
Lyko ist ja gut beleuchtet und weit zu sehen.
Dort wo wir gestern langliefen ist eine beliebte Stelle, an der häufig Hunde markieren und Lyko immer hingeht, Zeitung liest und seinen Duft hinterläßt.
Ich ließ die 2 Meter-leine so lang wie möglich, weil wir aus dem Stadtkern rauswaren.
Ich führte ihn in dem Bereich auch nicht am Halti!
 Lyko zog mich zu einem Wiesenrand, weil dort eben Duftspuren waren, als ich im letzten Moment sah, dass unmittelbar, dort wo er riechen wollte, ein Mann stand.
Ich habe ihn echt nicht gesehen, weil er dunkel gekleidet, dunkle Gesichtsfarbe und dann noch in einer unbeleuchteten Ecke sich aufhielt. Ich erschrak!!
Ich rief:"Achtung!", versuchte Lyko zu mir zu ziehen, aber er bemerkte den Mann dann auch, roch vermutlich dann auch noch mein Adrenalin von dem Angstausstoß und wollte auf den Mann losgehen.
Nicht nur anspringen sondern echt nach ihm Schnappen!
Der Mann konnte sich nur noch mit einem Sprung zur Seite, vor Lyko retten.

Im ersten Moment war ich sauer!
Lyko ist so gut zu sehen, warum ist der Mann nicht zur Seite gegangen,
Im nächsten Moment war ich geschockt! Lyko hätte nach dem Mann gebissen, einfach so, weil ICH erschrocken bin...
Solche derben Rückschläge machen natürlich sein Verhalten noch schlimmer und ich fange irgendwie wieder bei Null an. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll.
Wo soll ich ansetzen, was soll ich verbessern, wie soll ich Fehler vermeiden?

Heute morgen war ein Mann in seinem Hof zum Zigarette rauchen.
Lyko roch ihn sprang am Gitter hoch + bellte wütend, ehe ich sah, dass da überhaupt jemand stand, weil ich zwei Schritte hinter im lief und noch im Bereich einer hohen Hecke war.
Ich entschuldigte mich, erklärte ihm mein Hund hätte Beschützerinstinkt und würde eben aufpassen und alles verbellen.
Der Mann war nett und meinte: "Das ist doch super!!"
Aber ich ging mit klopfendem Herzen weiter, denn ich erschrecke durch Lykos losgehen immer wenn ich den Grund dafür später als er erkenne.


Gruß Silke + Lyko

Kommentare:

  1. Hey,

    Ohne dir nun auf den Fuß zu treten, aber su musst an DIR arbeiten.
    Geh doch einfach mal bei Dunkelheit alleine spazieren.
    Wenn du schon beim verlassen der Haustüre angespannt bist, ist es Lyko auch.

    Und wenn du noch Achtung rufst ist es für Lyko nur das startsignal um nach vorn zu gehen!!
    Er spiegelt deine Unsicherheit wieder.

    1. würde ich lernen ganz alleine bei dunkheit spazieren zu gehen... Das alles tiefenentspannt und locker.
    2. nimm eine Taschenlampe mit die wirklich suuuper weit strahlt
    3. geh nicht mehr im Ort spazieren.
    Fahr bis zum Feld/Wald und übe dort

    Lg, Carola

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  2. Hallo Carola!

    Ich habe alleine keine Angst im Dunkeln. Meine Anspannung rührt daher, dass Lyko eben unberechenbar im Dunkeln vorgeht.
    Er wittert viele Dinge, die ich zu spät sehe und hänge dann schon hinten an der Leine, muß versuchen ihn gehalten zu bekommen, bekomme Kommentar gedrückt, etc. Es sieht nicht besonders souverän aus, wie ich dann mit ihm spazierengehe und so ein große bellender Hund macht vielen Menschen draußen Angst.
    Lyko schlägt nach allen Seiten aus, ob jemand hinter mir läuft mir läuft, ob jemand auf der andren Straßenseite steht, manchnmal sind es auch nur Katzen die irgendwo hocken und ich sie nicht sehe, er sie aber wittert.
    Ich weiß es mit meiner Konsequenz und meiner Führung zusammenhängt und es an mir liegt.
    Gestern abend z.B. kam uns ein Roller entgegen und Lyko hat statt vorzugehen, sich an mich gedrängt, mich angeguckt und ich konnte ihm Schutz bieten und er ist nicht wie erwartet auf den Roller losgesprungen.
    Ich kann noch nicht mal sagen, was ich in dem Moment anders gemacht habe als sonst...

    Gruß Silke

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